Aphten

dasmedizinblog.de berichtet in einem informativen Beitrag über Aphten und deren mögliche Ursachen. Ich habe dem noch eine weitere Ursache und die daraus resultierende unterstützende Therapie hinzuzufügen:

Es gibt Fälle, bei denen Aphten („aphtische Stomatitis“) in Zusammenhang mit einer nicht ausreichenden Hygiene im Mund- und Rachenraum vergesellschaftet sind.

Schon durch 1- oder 2-maliges Auslassen der Zahnreinigung können sich Aphten bei diesen Patienten bilden.

Auf der anderen Seite sind in diesen Fällen auch desinfizierende Mundspülungen als hilfreich anzusehen, beispielsweise Chlorhexidin im Mund direkt über der Aphte zu „gurgeln“ oder mit den Wangen hin- und herfließen zu lassen.

Update 2014

Aktuelle Forschung suggeriert, dass wahrscheinlich T-Zellen an der Entstehung von Aphten beteiligt sind, wobei hier keine klassische Autoimmunerkrankungen, sondern eine multifaktorielle Genese beschrieben werden. Für mich ist es weiterhin diskussionswürdig, was für ein Zusammenhang zwischen einer schlechten Mundhygiene und einer lokal begrenzten T-Zell-Aktivierung bestehen soll, müssten doch eigentlich bei einer solchen Funktionalität zahllose Aphten bei entsprechenden Gegebenheiten im Mund entstehen. Die klinische Praxis lehrt aber, dass in der Regel nur einzelne oder wenige Ulcerationen aphtischer Natur gleichzeitig nebeneinander bestehen.

Die Tatsache, dass mit Kortikoiden als Immunsupressive Aphten gelindert werden können (Sharda N, Shashikanth MC, Kant P, Jain M.: Levamisole and low-dose prednisolone in the treatment of reccurent aphthous stomatitis. in J Oral Pathol Med. 2014 Apr;43(4):309-16) unterstreicht aber weiterhin die These, dass z.B. T-Zellen an der Pathogenese dieser Ulcera beteiligt sein dürften.

Darüber hinaus wurde ein statistischer Zusammenhang zwischen einem Zinkmangel und dem Auftreten von Aphten beschrieben (Ozler GS.: Zinc deficiency in patients with recurrent aphthous stomatitis: a pilot study in J Laryngol Otol. 2014 May 22:1-3.)

6 Gedanken zu „Aphten“

  1. Hallo!

    Es ist schon richtig, dass Spüllösungen die Heilung beschleunigen sollen, einn Anhaltspunkt dafür habe ich bis heute allerdings nicht feststellen können.

    Bei Majoraphten gebe ich gerne eine schmerzstillende Salbe, damit man wenigstens mit Genuss essen kann.

    Ansonsten gilt für Aphten, ohne Medikamente sind Sie nach 7 Tagen verschwunden, mit medikamentöser Behandlung dauert es 1 Woche. 😉

    In diesem Sinne mit besten Grüßen

  2. Hallo Christian,
    ich leider unter eine Autoimmunerkrankung und werde mit Azathioprin behandelt. Seit dem ich dieses Immunsuppressiva einnehme, habe ich regelmäßig Aphten. Nicht wie manche Betroffenen gleich 4 oder 5 auf einmal – dafür regelmäßig immer wieder einzelne.

    Bei der Behandlung von Aphten habe ich dadurch einiges an Erfahrung sammeln dürfen. Antiseptische Mundspülungen helfen meist nur sehr kurz, die besten Erfahrungen habe ich mit „ätzenden“ Medikamenten gemacht, die direkt auf die Aphte aufgetragen werden. Brennt zwar beim Auftragen tierisch, aber nach ein paar Minuten ist der Spuck dann meistens für Stunden (Albothyl) oder gar Tage (Oralmedic) vorbei.

  3. Langsames Kauen von Papaya-Stückchen, Rettichsaft-Mundspülung und das mehrmals tägliche Bestreichen der Entzündung mit dem Saft der Blätter der Aloe-Vera-Pflanze sind einfache Hausmittel, denen ebenfalls eine heilende Wirkung gegen Aphten nachgesagt wird. Wie ist Ihre Meinung zu diesen Methoden? Können Sie das bestätigen?
    Viele Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*