Geriatrie

Die DocCheck News haben einen interessanten Artikel über die Geriatrie veröffentlicht.

Hierzu möchte ich anmerken, dass die Geriatrie ein Fachgebiet darstellt, das zunehmend Beachtung finden wird, und zwar nicht nur in der eigentlichen Geriatrie, sondern auch vermehrt in der Allgemeinmedizin.

Die alternde Gesellschaft „wächst“, und es wird gar nicht so viele Spezialisten für die Medizin im Alter geben, wie sie theoretisch gebraucht werden werden. Daher müssen sich alle Ärzte, aber vor allen Dingen die Hausärzte, zunehmend damit auseinandersetzen, welches spezifischen Fachwissen bei der Behandlung von alten Menschen notwendig ist.

Grundidee der Geriatrie ist, dass ältere Patienten andere Therapieziele haben können als jüngere Patienten. Hier sei als Beispiel die Blutdruckeinstellung genannt: Während ein Patient von zwanzig Jahren, dem ein Bluthochdruck diagnostiziert wird, noch viele Jahrzehnte mit der Erkrankung leben wird müssen, sollte das Ziel der Therapie eine den Leitlinien entsprechend normaler Blutdruck sein, um das Risiko des Patienten an das der Normalbevölkerung anzunähren. Für einen Patienten von 90 Jahren spielt es in erster Linie eine Rolle, die negativen „Sofortwirkungen“ eines Hypertonus zu vermeiden, seien es hypertensive Notfälle oder kardiale Dekompensationen. Auch ein solcher Patient profitiert natürlich von einer leitliniengerechter Blutdruckeinstellung, allerdings kann ein älterer Mensch, gerade, wenn ein Hypertonus schon lange besteht, durchaus an höhere Blutdruckwerte „gewöhnt“ sein. Eine zu rasche Senkung des Blutdrucks bringt bei diesen Patienten eine Sturzgefahr mit sich. Ein Sturz bei einem 90-jährigen Patienten kann mitunter Auslöser einer fortbestehenden Pflegebedürftigkeit sein. Entsprechend umsichtig ist hier das Therapieziel zu definieren.

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