Präventiver Einsatz von Statinen

Die FAZ hat einen Artikel veröffentlicht, der sich mit dem präventiven Einsatz von Statinen beschäftigt und auf einen Artikel in „Current Opinion in Cardiology“ (Bd. 25, S. 484) zurückgeht.

Folgender Kommentar wurde dazu von Christian Gersch angebracht:

Die Verordnung von Statinen ist nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand nur dann sinnbehaftet, wenn bereits ein kardiovaskuläres Risiko beim Patienten in anderer Form als nur der Hypercholesterinämie besteht. Dies wird aber nur bei wenigen regelmäßigen Konsumenten von Fast-Food der Fall sein, da sich diese eher im ersten Lebensdrittel befinden.

Statine sind nicht grundlos verschreibungspflichtig. Nähe ein Verbraucher von 20 Jahren zusammen mit einem Burger ein Statin ein, ist davon auszugehen, dass er davon keinen direkten Nutzen erfährt – wohl aber der vollen Bandbreite der unerwünschten Wirkungen (Nebenwirkungen) des Statins ausgesetzt ist.

Man sollte auch bedenken, dass Arzneimittel miteinander in Interaktion treten: Durgs.com führt zum Beispiels 149 Interaktionen für Simvastatin auf.
Man stelle ich vor, der Fast-Food-Gast würde nur eines oder gar zwei dieser 149 Medikamente einnehmen, ohne, dass ein Arzt von dieser Konstellation überhaupt weiß. Nur schwer übersehbare Gesundsheitsschäden könnten die Folge sein.

Update 2014

Gerade vor dem Hintergrund aktueller Forschung wie etwa zur Demenz-Prävention durch hochpotente Statine (Wu CK et al. Statin use reduces the risk of dementia in elderly patients: a nationwide data survey and propensity analysis. J Intern Med 2014, online 25. April; doi: 10.1111/joim.12262) ist die präventive Einnahme von Statinen durchaus wieder unter neuen Gesichtspunkten diskussionswürdig geworden. Es sind jetzt neue Risikoanalysen zu diesen Medikamenten anzustellen. Trotzdem bleibt gerade vor der unbedarften Einnahme weiterhin zu warnen.

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