Über die Gesundheit von Sojabrot

Immer häufiger wird in Bäckereien und Supermärkten mit Soja versetztes Brot verkauft. Dieses wird besonders unter dem Label „gesund“ vermarktet.

Zunehmend fällt dazu auf, dass Bio- oder Vollkornbrot Sojaschrot beinhalten, was aber nur in kleiner Schrift unter den Inhaltsstoffen aufgeführt wird.

In meinen Augen gibt es drei große Bedenken zu Sojabrot:

  1. Soja verschimmelt bei der Herstellung regelmäßig. Sojaprodukte beinhalten daher wiederkehrende Belastungen an Aflatoxin. Isst man nur genügend Soja(-brot) in Ihrem Leben, besteht durchaus ein Risiko für Leberzellkarzinom (HCC).
  2. Soja ist ein Eiweiß. Nierenkranke Menschen oder Patienten mit Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit) sind durch den Verzehr von Eiweißstoffen in ihrer Gesundheit gefährdet. Die wenigsten Menschen erwarten aber, dass Brot mit Eiweiß versetzt sein könnte, wenn es nicht explizit als Sojabrot beworben wird. Insbesondere die Gruppe der niereninsuffizienten Patienten erhält die Ernährungsempfehlung, sich kohlenhydratreich, also u.a. mit viel Brot, zu ernähren. Verzehrt diese Gruppe von Menschen regelmäßig solches versetztes Brot, kann sie das sojabedingt sogar schlimmstenfalls dialysepflichtig machen.
  3. Nicht zuletzt ist Soja ein ernst zunehmendes Allergen.

Daraus folgt, dass Diabetiker nur in Absprache mit ihrem behandelnden Facharzt zu Sojabrot greifen sollten, für Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion ist es wahrscheinlich fast nie empfehlenswert.

Werbung für ein fragwürdiges proteinangereichertes Brot
Werbung für ein fragwürdiges proteinangereichertes Brot

Darüber hinaus sollte man generell den Sinn von sojahaltigem Brot als Bestandteil der täglichen Ernährung hinterfragen. In der Theorie möchten viele Menschen Kohlenhydrate in ihrer Ernährung durch Proteine, z.B. Sojaprotein, ersetzen, um damit die Insulinausschüttung zu reduzieren. Zunächst möchte ich an dieser Stelle auf die negativen Auswirkungen der Atkins-Diät verweisen, wie Sie in einem SpingerMedizin-Artikel geschildert werden:

Bereits eine Reduktion der täglichen Kohlenhydratmenge um 20 g und die gleichzeitige Erhöhung der Proteinzufuhr um 5 g steigert das Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis bei Frauen um 5%.

Insbesondere muss man aber die Zusammensetzung vieler Sojabrote berücksichtigen. Ein genauerer Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt meist, dass den Broten häufig Glucose oder Glucose-Fructose-Konzentrate zugesetzt werden. Durch diese schnell verfügbaren Kohlenhydrate, die sich besonders gerne in als „Vollkornbrot“ deklarierten Produkten finden, wird eine Insulin-Einsparung oft verhindert. Auch gibt es eine rege Diskussion über die Auswirkungen einer zu kohlenhydratreichen Ernährung.

Wichtiger Hinweis: Eine ausreichende Proteinaufnahme ist notwendig für gesunde wie erkrankte Menschen: Sollte ein Mangel in der Versorgung mit Aminosäuren bestehen, so muss die Versorgung mit Protein verbessert werden. Je nach Nierenfunktion kann dies aber bedeuten, besser nur direkt die fehlenden Aminosäuren als z.B. Sojaprotein aus Brot aufzunehmen.

6 Gedanken zu „Über die Gesundheit von Sojabrot“

  1. Ich denke Soja wird sowieso viel zu sehr überbewertet und ist meiner Meinung nach auch nicht wirklich gesund. Das Problem ist, dass es als das Wundermittel für Vegetarier und Veganer verkauft wird, die ja einen Eiweißersatz brauchen. Viel gesünder wäre es jedoch Hülsenfrüchte, Buchweizen und Wildkräuter in die Ernährung einzubauen. Soja wird wirklich nicht benötigt, aber leider liest und hört man überall nur wie toll die Soja-/Tofuprodukte doch sind!

  2. Hallo,
    ja ja der Mythos mit den Bio Produkten und dem gesunden Ernähren. Und jetzt wird also auch noch mit Soja die Werbetrommel gerührt. Ich glaube schon seit einigen Jahren nicht mehr was in Zeitschriften als gesund erklärt wird. Da stecken meist ganz andere Interessen im Vordergrund. Würde die Firma eines Produkts einem Gesundheitsmagazin einen Check mit einer sechsstelligen Summe zuschieben, so würde auch dieses Produkt auf einmal gesund sein.

  3. Man könnte auch andersherum argumentieren. Gerade die Giganten der LM-Industrie, die tonnenweise Zucker und Zuckerersatzstoffe in ihre Produkte mischen, lassen keine Gelegenheit aus um solche natürlichen Verfahren zu sabotieren und zu verteufeln.
    Auch das Argument mit dem „verschimmeln“ ist zwiespältig zu sehen.
    Es mag auf gekaufte Ware im Einzelfall zutreffen, aber wer (wie ich) sein Sojabrot selbst macht und zügig verzehrt wird sicher kein Aflatoxin zu sich nehmen.
    „Allergen“ kann heutzutage ja fast alles sein. Ich vertrage es jedenfalls gut.

  4. Hallo Ralf, grundsätzlich stellt es kein Problem dar, Soja, das durch Aflatoxin in der Herstellung verseucht wurde, auszusortieren. Ich bezweifele aber, dass dies regelhaft gemacht wird, weil sonst große Bestände der verarbeiteten Sojaernte vernichtet werden müssten.

    Dann geht es natürlich um die Häufigkeit von Allergien, unanhängig davon, dass man sich gegen egal welche Stoffe, insbesondere Proteine in Lebensmitteln, sensibilisieren kann. Es stellt sich die Frage: Wieso ohne Not Menschen einem potenten Allergen aussetzen unter dem Vorwand, ihnen etwas „gesundes“ anbieten zu wollen?
    Ich kenne keine konkrete Studie, aber es fällt mir auf, dass meine US-amerikanischen Patienten viel häufiger gegen Erdnüsse allergisch sind als die anderer Nationalitäten, und frühe das einmal plump auf deren Erdnussbuttertradition zurück – an den Gegen wird es aufgrund des Immigrationshintergrundes fast aller Amerikaner wohl kaum liegen. Gerade in Hinblick auf die Kreuzreaktionen zu den hierzulande häufigen Birkenpollenallergien kann man sicherlich eine Population von Sojaallergikern durch den häufigen Kontakt der Bevölkerung mit Soja „heranzüchten“, gerade wenn Brot nicht vollständig ausbäckt.

  5. Interessanter Bericht. Besonders die verlockenden Werbungen in Supermärkten lassen Kohlenhydratarme Brote in über allen Maßen gesund erscheinen. Das ein erhöhter Anteil an Glucose zugesetzt wird war mir aber neu.

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